Juni 23, 2008 von bosnawi
Mit der Entscheidung des UN-Sicherheitsrates, Vergewaltigung als Kriegstaktik zu verurteilen, wird sexuelle Gewalt endlich als eine Kriegswaffe anerkannt. Die kroatische Schriftstellerin Slavenka Dakulic über das Leid der Opfer und das Unverständnis der Täter.
Quelle: www.sueddeutsche.de
Ich erinnere mich noch sehr genau an die erste vergewaltigte Frau, die ich traf. Es war im Herbst 1992, in einer kleinen Stadt in der Nähe von Zagreb. Sie war eine Muslimin aus Kozarac in Bosnien. Nachdem sie einige Monate in einem Internierungslager verbracht hatte, war sie mit einer Flüchtlingsgruppe nach Zagreb gekommen. Nennen wir sie Selma.
Selma war Mitte dreißig, mit kurzen braunen Haaren und blauen Augen. Leise, fast flüsternd erzählte sie mir ihre Geschichte: Sie war gerade daheim, zusammen mit ihren beiden Kindern und ihrer Mutter, als eine Gruppe serbischer Paramilitärs auf den Hof kam. Sie sagten, dass sie nach Waffen suchten. Aber in ihrem Haus gab es keine Waffen - und auch kein Gold, worauf es die Soldaten in Wahrheit abgesehen hatten. Wütend packte sie einer der Männer und stieß sie ins Schlafzimmer.
Dann kamen die anderen dazu. “Dann machten sie das mit mir”, sagte Selma nur und schaute auf ihre Hände. “Ich konnte meinen Kindern noch lange danach nicht in die Augen blicken … Ich wusch mich und wusch mich und wusch mich, aber ihr Geruch ging nicht weg. Stell dir vor, sie machten das mit mir auf meinem Ehebett …”, sagte sie.
In ihren Worten lag eine Spur von Verzweiflung. Sie weinte nicht, nicht mehr. Aber sie schämte sich, und die Schande verließ sie nicht, sie musste lernen, mit ihr zu leben, so wie es ihr Ehemann lernen musste.
Und die Gesellschaft? Nun, tatsächlich wurde den ungefähr 30.000 Opfer sexueller Gewalt in Bosnien niemals der Status von Kriegsopfern zugesprochen.
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Überlegungen aufgrund der Erfahrung des bosnischen Islam in Europa. Von Mirnes Kovac, Sarajevo
Quelle: islamische-zeitung.de
(iz). Niemals zuvor gab es in Europa - sowohl auf der intellektuellen als auch auf der medialen Ebene - mehr Rufe nach der Notwendigkeit zur Anpassung und für funktionierende Beziehungen, die eine sichere und friedliche Zukunft für alle Europäer gewährleisten sollen. Es braucht Schlüsselelemente, die notwendig sind, damit diese Aussichten Wirklichkeit werden: Vertrauen, Respekt und Aufrichtigkeit. Der Islam ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Zeit. Der Unterschied zwischen westlichen und nicht-westlichen Gesellschaften muss überschritten werden, um ein neues zeitgenössisches Denken des Islam zu schaffen, das es „Muslimen erlaubt, im Westen ohne den Sinn eines Widerspruchs zu leben“, beobachtete einer der bekannteren muslimischen Publizisten Europas den Zustand und die Herausforderung der muslimischen Anwesenheit auf dem Alten Kontinent.
Jene Stimmen, für die es „Europäer“ nur unter Ausschluss ihrer muslimischen Nachbarn gibt, müssen ihre Ansichten ändern und jene Ängste, die von Vorurteilen angetrieben sind, überwinden. Es liegt jedoch in der Verantwortung von Muslimen, ihre Rolle in einer geteilten Verantwortung anzunehmen, die durch ihre Zugehörigkeit zu Europa verliehen wird.
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27.05.2008 “IZ-Begegnung” mit Hasib Sahovic und Imam Mustafa Hodzic von der Bosnien-Kulturgemeinde in Köln
Quelle: islamische-zeitung.de
(iz). Die Moschee der Bosnisch-Islamischen Kulturgemeinschaft in Köln-Ehrenfeld ist als größte Moschee bosnischer Muslime in Deutschland jüngst offiziell eröffnet worden. In ihrer architektonischen Anlage und ihren Möglichkeiten zählt sie zu den besonderen Projekten in Deutschland, weil sie allein rein baulich mehr möglich macht als die bloße Verrichtung des Gebets. Immerhin, so das selbstbewusste Banner bei der Feierstunde zur Eröffnung der Moschee, verstehe man sich als „Brücke zwischen Orient und Okzident“. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden, Hasib Sahovic, und dem Imam, Mustafa Hadzic, über die Rolle der bosnischen Muslime in Deutschland und Europa, die Nachwirkungen des Krieges und die Situation junger bosnischer Muslime.
Islamische Zeitung: Nachdem Ihre Moschee nun auch offiziell eröffnet worden ist, wo möchten Sie für die Zukunft die programmatischen Schwerpunkte ihrer Arbeit setzen?
Mustafa Hadzic: Wir wollen insbesondere verschiedene Programme für Kinder und Jugendliche beginnen, zusätzlich zum Islam-Unterricht am Samstag und Sonntag. Bereits seit einem halben Jahr gibt es bei uns neu ein Treffen der Mädchen von 10 bis 16 Jahren, und so etwas würden wir gern auch für die männlichen Jugendlichen anbieten. Ich denke auch an eine intensivere Beratung für Familien. Außerdem planen wir einen Familientag, der alle zwei bis drei Monate stattfinden soll und bei dem Kinder zusammen mit ihren Eltern kommen können. Und in jedem Ramadan machen wir spezielle Iftar-Essen nur für Jugendliche; im letzten Jahr waren 350 bis 400 Jugendliche gekommen. Auch sportliche Aktivitäten wollen wir anbieten, und vielleicht auch Nachhilfe für Schüler. Wir haben bei unseren Jugendlichen kein Problem mit Integration, sondern mit Assimilation. Viele haben inzwischen Schwierigkeiten mit ihrer Muttersprache. Es besteht daher zunehmend ein Bedarf, auch die bosnische Sprache zu unterrichten.
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