Vorfürfe von Schwarz-Schilling
Die Zahl der Toten dort wird auf 200 000 geschätzt, 2,4 Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen.
Quelle: islam.de/153.php
Belgrad 03.07.01 – Slobodan Milosevic gilt als Drahtzieher für schwerste Verbrechen in vier Balkankriegen, die zwischen 1991 und 1999 die ehemaligen jugoslawischen Republiken Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und die südserbische Provinz Kosovo verwüstet haben.
Vergleichsweise glimpflich kam Slowenien davon. Bei dem zehntägigen Krieg Ende Juni/Anfang Juli 1991 der serbisch dominierten jugoslawischen Armee (JNA) gegen die Territorialverteidigung dieser kleinen Republik starben 67 Menschen.
Die Zahl der Toten im Kroatien-Krieg (1991-1995), den Milosevic angeblich zum «Schutz der serbischen Minderheit» anzettelte, wird auf 25 000 geschätzt. Die Zahl der Verwundeten liegt um ein Vielfaches höher. Hunderttausende wurden vertrieben. Symbol dieses Krieges ist die ostkroatische Stadt Vukovar, die nach monatelangem Kampf im November 1991 von serbischen Truppen eingenommen wurde. Rund 260 zum Teil verletzte Menschen wurden aus der Klinik abtransportiert und bei Ovcara ermordet. Federführend bei der Eroberung war der serbische Offizier Mile Mirksic, der in Belgrad lebt und wie sein früherer Befehlshaber Milosevic auf der Fahndungsliste von Den Haag steht.
Noch blutiger war der Krieg in Bosnien-Herzegowina (1992-95), wo die Serben 31 Prozent der Bevölkerung stellten. Die Zahl der Toten dort wird auf 200 000 geschätzt, 2,4 Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Hier erschütterten die Bilder aus den serbischen Todeslagern in Omarska, Karatan, Manjaca, Trnopolje und Bratunac. Nach der Eroberung der ostbosnischen Stadt Srebrenica im Juli 1995 – damals «UN-Schutzzone» – transportierten die Serben 8000 moslemische Männer ab, die wahrscheinlich ermordet wurden.
Unterdessen hat der internationale Bosnien-Schlichter Christian Schwarz-Schilling den US-Geheimdienst und die SFOR-Friedenstruppe dafür verantwortlich gemacht, dass die mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic noch nicht verhaftet sind. Der US-Geheimdienst wisse «seit langem», dass sich der ehemalige bosnische Serbenführer und dessen ehemaliger Militärchef in Pale in der bosnischen Serbenrepublik aufhielten, sagte der CDU-Politiker dem «Tagesspiegel» vom Sonntag. Der CIA «und auch die SFOR-Freidenstruppe» hätten «ihre Aufgaben nicht erfüllt». Dieses Zögern sei maßgeblich für den stockenden Demokratisierungsprozess in Bosnien verantwortlich. «Wenn es für die großen Täter keine gerechten Strafen gibt, werden immer mehr kleine Fische in den Gemeinden den Friedensprozess blockieren», betonte Schwarz-Schilling
dpa