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Am 4.9. auf 3sat, um 6:00 früh

Quelle: www.esiweb.org

Zwölf Jahre nach dem grausamen Bosnienkrieg hat sich Bosnien-Herzegowina dramatisch verändert. Vertriebene kehrten in großem Umfang zurück, Eigentum wurde zurückgegeben, es fand eine umfassende Demilitarisierung statt. Bewegungsfreiheit ist wiederhergestellt. Gewalt zwischen den Ethnien ist weitgehend verschwunden. Und doch bleibt Bosnien isoliert und nur wenige Bosnier blicken optimistisch in die Zukunft.

Dieser Film folgt einem Team junger Forscher (Bosnier und Ausländer) bei ihrem Versuch, herauszufinden, wie sehr sich Bosnien verändert hat. Ihre Reise führt sie von ehemaligen Konzentrationslagern nach Zentralbosnien, wo sich einige der schlimmsten Massaker des Krieges ereigneten, und weiter nach Doboj, einer Stadt in der Republika Srpska an der ehemaligen Frontlinie, die ehemals als Brutstätte des serbischen Nationalismus galt. Sie sprechen mit dem Kapitän des bosnischen Fußballteams, mit Rappern und Musikern, mit dem orthodoxen Bischof und einem franziskanischen Bruder, mit dem slowakischen Diplomaten, der noch immer die höchste Macht im Staat innehat und mit Menschen, die mit ihren Kriegstraumata ringen.

Diese Gespräche mit Menschen, die es geschafft haben, schreckliche Erlebnisse hinter sich zu lassen und sich ein neues Leben aufzubauen, fesseln und bewegen den Zuschauer zugleich.

Nikola Andrun ist heute Mittwoch von einem Gericht in Sarajevo rechtskräftig zu 18 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen im Jahre 1993 verurteilt worden.

Quelle: www.vienna.at

Der nun 51-jährige Nikola Andrun hatte sich als stellvertretender Befehlshaber des Gefangenenlagers Gabela bei Capljina in der Herzegowina der Folter, Morde wie auch unmenschlicher Behandlung von gefangenen Bosniaken (Muslime) schuldig gemacht, hieß es in der Urteilsbegründung.Das Gefangenenlager wurde vom Kroatischen Sicherheitsrat (HVO) im Sommer 1993 während der Kämpfe mit der bosnischen Armee gebildet.

In einem ersten Gerichtsverfahren war Andrun im Dezember 2006 zuerst zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Vor Berufungsgericht wurde das Urteil allerdings aufgehoben und eine neue Prozessführung angeordnet.

Von Samir Huseinovic

Bei den Kommunalwahlen im Oktober werden von insgesamt 1,3 Millionen im Ausland lebenden bosnischen Staatsbürgern nur wenige tausend ihre Wahlzettel abgeben.

Quelle: www.dw-world.de

Bosnien und Herzegowina hat viele Menschen verloren, die in andere Länder abgewandert sind. Während heute im Land selbst etwa 3,8 Millionen Menschen leben, wird die Zahl der im Ausland lebenden Bosnier auf 1,3 Millionen geschätzt. Vor allem nach Nordamerika und Westeuropa sind viele Bosnier gezogen. Die meisten von ihnen gingen dorthin als Arbeitsmigranten oder als Kriegsflüchtlinge nach Ausbruch des Bosnienkrieges 1992. In den Sommermonaten kehren sehr viele für ein paar Wochen in die Heimat zurück. Doch nur wenige von ihnen interessieren sich für die komplizierte politische Landschaft Bosniens und Herzegowinas.

Das wird auch sichtbar werden bei den kommenden Kommunalwahlen in Oktober. Die Frist für die Wählerregistrierung ist vor kurzem abgelaufen. Von den insgesamt 1,3 Millionen im Ausland lebenden Bosniern werden nur 33.500 von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen.

Verschiedene Welten

Die große Mehrheit der Bosnier im Ausland glaubt nicht, dass die bosnischen Politiker in der Lage sind, im Land wichtige Reformen durchzuführen. Das zeigen Umfragen, die unter den Auslandsbosniern durchgeführt wurden.
Die Vorsitzende des bosnischen Diaspora-Vereinigung, Senada Softic-Telalovic, meint, das mangelnde Interesse an den Wahlen sei ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Diaspora und die Politik in Bosnien kein besonders gutes Verhältnis pflegten. Zugleich äußert sie sich darüber enttäuscht: „Das ist ein trauriges Bild der Beziehung zwischen den im Ausland lebenden Bosniern und ihrem Heimatland.“

Mangelndes Vertrauen

In Schweden befindet sich eine der größten bosnischen Gemeinden. Dort leben rund 50.000 Bosnier. Für die bevorstehende Kommunalwahl haben sich aber nur 4.000 registriert. Als Grund dafür nennen viele das mangelnde Vertrauen zu den Politikern in der Heimat.
Vedran Hadzovic, Mitglied der Zentralen Wahlkommission in Sarajevo, ist dennoch optimistisch: „Im Jahr 2000 hatten wir 200.000 registrierte Auslandswähler, 2004 nur 27.000, und jetzt haben wir wieder steigende Zahlen – 33.500. Das deutet darauf hin, dass wir zukünftig wieder mit mehr Stimmen aus der Diaspora rechnen können.“
Vertreter der bosnischen Diaspora Vereinigung wünschen sich mehr Kontakt mit den politischen Parteien in Bosnien und Herzegowina. Sie haben schon vor einigen Jahren vorgeschlagen, ein Ministerium zu gründen, das sich um die Bedürfnisse der im Ausland lebenden Staatsbürger kümmert. Doch dieser Vorschlag hat bisher in Sarajevo keine Unterstützung gefunden.

Ex-Kosovo-Beauftragter hatte die bosnische Stadt Brcko als Beispiel für eine Lösung genannt

Quelle: derstandard.at

Pristina/Belgrad – Pristina (Pristhina) hat negativ auf einen Vorschlag des österreichischen Balkanexperten Wolfgang Petritsch reagiert. Der frühere Kosovo-Beauftragte der EU und spätere Hohe Repräsentant für Bosnien-Herzegowina hatte laut Medienberichten vom Montag angedeutet, dass die nordbosnische Stadt Brcko ein Modell für die seit Juni 1999 geteilte Stadt Mitrovica im Nordkosovo darstellen könnte. Da alle drei bosnischen Volksgruppen Brcko beanspruchten, wurde sein Status erst fünf Jahre nach dem Kriegsende (1992-95) definiert.

Der kosovarische Vizepremier Hajredin Kuci warnte vor einer Destabilisierung des jungen Staates, der im Februar gegen den Willen Belgrads seine Unabhängigkeit von Serbien proklamiert hatte. Er unterstrich am Dienstag gegenüber der kosovarischen Tageszeitung „Koha Ditore“, dass es Zeit für ethnische und regionale Integration sei. „Die Logik der ethnischen und sonstigen administrativen Teilungen (…) war ein schlechtes Beispiel.“

Ablehnung kam auch aus dem Präsidentenamt. Jeder Vorschlag, der im Widerspruch mit dem Vorschlag von Ex-UNO-Vermittler Martti Ahtisaari (über eine international überwachte Unabhängigkeit des Kosovo mit starken Minderheitenrechten, Anm.) stünde, sei für die staatlichen Institutionen und Bürger unannehmbar, sagte Xhavit Beqiri, Sprecher von Präsident Fatmir Sejdiu.

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Hartmann bekräftigt Vorwürfe gegenüber USA, Paris und London

Quelle: derstandard.at

Belgrad – Die USA, Großbritannien und Frankreich hätten wiederholt die Festnahme eines der meist gesuchten Angeklagten des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen, Radovan Karadzic, verhindert, behauptet die ehemalige Sprecherin der früheren Chefanklägerin des Haager Tribunals, Florance Hartmann. „Manchmal wurde die Festnahmeaktion von (Frankreichs Präsident Jacques) Chirac, ein anderes Mal von (US-Präsident Bill) Clinton persönlich blockiert“, sagte sie in einem Gespräch mit der serbischen Tageszeitung „Blic“.

Amerikaner hätten nichts unternommen

Hartmann zufolge hatte die Haager Anklagebehörde die Amerikaner wiederholt über den genauen Aufenthaltsort von Karadzic informiert, sie hätten allerdings nichts unternommen. Auch sollen zwei Mitarbeiter des amerikanischen Nachrichtendienstes CIA im Sommer 2005 die bosnische Polizei aufgefordert haben, die von Tribunalschefanklägerin Carla del Ponte beantragte Observierung der Familie Karadzic‘ einzustellen. „Del Ponte besaß die Information, dass die Familie Kontakte zu Karadzic unterhielt. Sie sagte der bosnischen Polizei, dass dies der Weg sei, sehr leicht an Karadzic zu gelangen“, sagte Hartmann. „Offensichtlich besaß dieselbe Information auch die CIA, die Karadzic nicht in Den Haag sehen wollte.“

Nach Worten der früheren Sprecherin Del Pontes wurde der Chef der bosnischen Geheimpolizei Momir Munibabic auf Antrag des damaligen internationalen Bosnien-Beauftragten Paddy Ashdown (2002-2006) abgesetzt, nachdem er große Fortschritte bei der Fahndung nach Karadzic gemacht habe.

Geheimabsprachen

„Jetzt, wo Karadzic endlich festgenommen worden ist, kann er sehr viel über die Geheimabsprachen erzählen, die auch zum Fall der UNO-Schutzzone Srebrenica (im Sommer 1995) geführt haben. Für die westlichen Großmächte stellt seine Aussage ein großes Risiko dar. Bisher hat es keine festen Beweise dafür gegeben, dass die westlichen Staaten Srebrenica für die Mitarbeit der Serben am Friedensprozess übergeben haben“, ist Hartmann überzeugt.

Die These, dass Frankreich, die USA, Großbritannien und Russland die mutmaßlichen bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Karadzic und Ratko Mladic bewusst laufen ließen, vertritt Hartmann auch in ihrem im Herbst des Vorjahres erschienenen Buch „Friede und Bestrafung“ („Paix et Chatiment“/Verlag Flammarion). (APA)

Großer Markt am 23.und 24. August – noch einige Stände frei – Sozialer Treffpunkt Moschee. Am Sonntag tritt die bekannte Sängerin Hülya Kandemir mit ihrer Band auf.

Quelle: islam.de

Bereits zum dritten Mal findet am 23. und 24. August 2008 das Marktfest der Bosnisch Islamischen Kulturgemeinschaft in Köln statt. Neben dem positiven Kontakt mit der eigenen Nachbarschaft geht es auch darum die Moscheeanlage als einen sozialen Treffpunkt für die ganze Stadt vorzustellen.

Der Markt – „Suq“ findet im großen Innenhof der Moscheeanlage statt. Wie jedes Jahr werden muslimische und nichtmuslimische HändlerInnen gemeinsam handeln. Die bosnische Gemeinde wird an beiden Tagen für das leibliche Wohl sorgen. Neben verschiedenen anderen Musikgruppen wird am Sonntag (14h30 und 16h30) Hülya Kandemir mit Band auftreten. Außerdem gibt es u.a. ein Kinderfest mit Karussel.

Möglichkeiten im Bereich „Fair Trade“ gibt es viele. „Suq“ sucht nun Menschen, die aufgeschlossen und motiviert sind, ihre Lebensumstände aktiv zu gestalten, mit anderen zusammen etwas auf zu bauen und sich auszutauschen, und damit sowohl an der eigenen finanziellen Lage etwas zu ändern als auch für die muslimische Gemeinschaft so wie die deutsche Gesellschaft allgemein etwas zu tun. Gemäß des Hadith des Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken, wonach 9/10 der Versorgung aus dem Handel kommen, versucht die Initiative experimentell zu erfahren, welche Bedeutung diese Aussage für das wirtschaftliche Leben heute haben kann. Wichtig ist dabei, sich nicht nur deprimiert über Arbeitslosigkeit usw. zu äußern, sondern selbst aktiv zu werden die eigenen Lebensumstände aktiv zu gestalten.

Mitmachen kann neben HänderInnen jeder, ob Mann oder Frau, Student, Arbeitsloser, aber auch Moschee Gemeinden oder andere Vereine, Gruppen, Initiativen. Willkommen sind natürlich auch BürgerInnen, die keine Muslime sind, aber mit Muslimen gemeinsam „handeln“ wollen. Weitere Infos und Anmeldung unter: 0179-9678018

Für den bosnisch-herzegowinischen Präsidiumsvorsitzenden Haris Silajdzic bleibt die Serben-Republik ein „Symbol für Völkermord“

Quelle: derstandard.at

Sarajevo/Wien – Die Festnahme des wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagten ehemaligen Führers der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, hat nach den Worten des Vorsitzenden des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina, Haris Silajdzic, „nichts geändert an der politischen Realität“ in dem multiethnischen Balkanstaat. „Karadzic wurde verhaftet, sein Projekt lebt aber noch immer fort“, sagte der bosniakisch-muslimische Politiker in einem ORF-Radiointerview im Ö1-Morgenjournal am Mittwoch. Die Serbische Republik (Republika Srpska) ist für Silajdzic ein „Symbol für den Völkermord“.

Von dem Haager Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien (ICTY), vor dem sich der erste Präsident der „Republika Srpska“ verantworten muss, erwartet der Staatspräsidiumsvorsitzende, dass es sich nicht nur auf das Massaker von Srebrenica konzentriere, sondern „neue Tatsachen ans Licht bringt“. Man dürfe nicht „Dokumente zurückhalten“, wie dies im Fall des vor Prozessende verstorbenen serbischen und jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic aufgrund einer Vereinbarung zwischen Belgrad und dem Tribunal vorgekommen sei, betonte Silajdzic. Die internationale Gemeinschaft sei verpflichtet, „die Folgen des Völkermordes zu beseitigen“.

„Schwer von Demokratie zu sprechen“

Zur Fragmentierung der Gesellschaft in Bosnien-Herzegowina bemerkte der Präsidiumsvorsitzende, dass es „in einem derartigen System sehr schwer ist, von Demokratie zu sprechen.“ Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Bosnien-Herzegowina war durch das Dayton-Befriedungsabkommen von 1995 in zwei separate Entitäten (Gebietseinheiten) – die Serbische Republik und die Bosniakisch-Kroatische Föderation – geteilt worden. Das unter internationaler Vormundschaft stehende Gebilde ist institutionell weitgehend gelähmt. Jede Einheit verfügt über eine eigene Regierung, ein eigenes Parlament und eigene Polizeieinheiten. Der Zentralstaat soll unter internationaler Kuratel reformiert werden. (APA)